Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kurz mal in den Walk gebissen....

Als letzten Beitrag im Jahr hatte ich eigentlich Bilder von meinem schönen schwarzen Walkkleid geplant.
Daraus wird aber nun leider nichts...
Soeben habe ich das Kleid frustriert in die Ecke gepfeffert.

Aber der Reihe nach:
Zu Heilig Abend hatte ich das Kleidchen genäht und als krönenden Abschluss noch ein Samtband auf die Unterbrustnaht gesetzt. Wirklich wunderhübsch geworden- nur beim Anziehen kam dann die Erkenntnis, dass ein festes Band unter der Brust die Dehnbarkeit des Stoffes doch erheblich einschränkt (nicht das ich das nicht vorher wusste, aber manchmal ignoriert man Wissen eben einfach)
Ich konnte das Kleid mit Hilfe vom Göttergatten und wilden Verrenkungen an- und abends sogar ohne Schere wieder ausziehen. (Zum Glück hat das niemand mit der Kamera festgehalten...)
Um mir zukünftig solche Mühen zu ersparen, wollte ich heute einen Reißverschluss in die rückwärtige Mittelnaht setzten. Also einen langen Nahtfeinen geschnappt und froh ans Werk:

Erkenntnis Nummer 1: Nahtfein und Walk und dicker Übergang beim Samtband = keine Gute Idee.


Erkenntnis Nummer 2: Wenn man dann schon einen Reißer getötet hat, sollte man nicht so dumm sein, noch einen zweiten Versuch zu starten...

Nachher werde ich das Kleid aus der Ecke sammeln und einfach die Naht wieder zu nähen. Silvester muss ich dann eben meinen Gatten um Hilfe bitten. Und im nächsten Jahr besorge ich einen normalen Reißer und stichle den ein :)

Kommentare:

  1. Es ist sehr beruhigend, sowas von einer erfahrenen Schneiderin zu hören. ;) Bin ich doch nicht alleine!
    Ich wollte vor Weihnachten eine schlichte Laptoptasche nähen. Nur gerade Nähte, kein Problem. *bitte hier irres Gelächter vorstellen* Allerdings hatte war der Stoff mit Bildern, die bitteschön in eine Richtung zeigen sollten. Die Klappe habe ich vier Mal aufgetrennt.... mein räumliches Vorstellungsvermögen hatte schlicht versagt. Dann sollte man auch als "Könnerin" einfach mal die Anleitung zu Ende lesen, das hätte mir dann weiteres Trennen erspart. Abgesehen davon war mir entgangen, dass sie die Nahtzugabe in ihre Berechnungen mit einbezogen hatte.. darum musste ich die Tasche enger machen. Meine Befürchtungen, die Tasche wäre jetzt ZU klein, haben sich aber nicht bestätigt. ( Und immerhin kam die Tasche am Montag sogar an! Besser als MEINE Pakete, die noch immer.. ja genau... in HAGEN weilen!)

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  2. Übrigens, schade, dass es kein Video gibt! *fg*

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  3. Ja, ich muss gestehen, es ist extrem wohltuend, sowas von einer erfahrenen Schneiderin zu hören!!!! Aber eine große Portion Mitgefühl kriegste türlich auch!!!
    Meine Kathastrophen hast Du ja gößtenteils mitbekommen - ich erinnere mal kurz an die Tildamütze, wo ich schick die rechte und linke Seite AUFeinander genäht hatte und sie wie eine Krone auf meinem Kopf saß.... oder mein Versuch, aus 1.5m Stoff eine Hose UND einen Rock zu zaubern und ich beinahe BEIDES hätte in die Tonne werfen können (Der Rock ist übrigens nun mein Lieblingsrock...gerettet durch: Dich natürlich!!!).
    Extra zugegebene Säume, die dann mit viel Schwung beim Zuschnitt prompt abgetrennt werden, Vlieseline, die auf die RECHTE Stoffseite gebügelt wird (auf besonders teuren Stoff, extra im Internet bestellt), naja, die Liste ließe sich noch recht lang weiterführen...

    Also - auf ein Neues! Und Deine 12/12 Liste ist ja wirklich beachtlich lang!

    Alles Liebe!
    Anja

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  4. Ja, ein Video hätte ich auch gern gesehen :)

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  5. ...Deshalb nähe ich Reisservschlüsse immer per Hand ein - da sind dicke Stoffe und Übergänge kein Problem, man braucht nur einen Fingerhut. :)

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  6. Nahtfeine sind schon drauf ausgelegt, sie mit der Maschine einzunähen. In normalen Stoffen- normal im Sinne von "eher dünner"- ist das auch nie ein Problem ;)
    Aber die Raupe war hier schlichtweg viel zu fein und es hat sie gekillt.
    Nun habe ich ja einen klassischen Reißer eingenäht und alles ist wunderbar.

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Grüße aus dem nördlichen Norden!